Live In Ausgabe Februar 2019


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gefühlvolle Klaviersonaten, E-Gitarrensoli, die die Saiten zum Kreischen bringen oder druckvolle Electro-Beats: Musik spricht unser Inneres an, sie verbindet unterschiedlichste Menschen auf der ganzen Welt und hilft uns, wenn wir an unsere Leistungsgrenzen gehen wollen. Laut einer Studie der University of Oxford macht Musik uns sogar glücklich.

Musikpsychologe Stefan Koelsch von der Universität Bergen wird da ein wenig präziser. Denn der ausschlaggebende Bereich des Glückserlebnisses der Musik liegt ihm zufolge im sozialen Aspekt. „Selbst, wenn man alleine im Lehnstuhl sitzt und sich einen Kopfhörer aufsetzt, simuliert das Gehirn viel an Gemeinschaftsaktivität.“ Wenn man Musik hört, weiß das Gehirn beispielsweise, dass andere Menschen Musik machen. Der Hörer fühlt sich dann von den Klängen angesprochen und erfährt dadurch Kommunikation, es herrscht ein Austausch, ähnlich wie bei Sprache. Gerade deshalb sei Musik ein ausgezeichnetes Werkzeug, um eine ganze Menge an positiv wirkenden Neuronen wachzurufen und diejenigen Neuronen ruhig zu stellen, die dazu da sind, ein Glücksgefühl zu unterdrücken, so der Hirnforscher.

Abgesehen von eurer Begleitung ist dabei die Qualität der Töne sehr wichtig, sonst kann der akustische Reiz schnell zur Belastung werden. Zum Beispiel im Bus, wenn der Platznachbar glaubt, er muss die Mitreisenden mit seiner neuesten Playlist beglücken. Egal ob man nun den gleichen Geschmack teilt oder nicht, die Mehrheit legt Wert auf gute Klangqualität. Tja, und dann fehlt nur noch die passende Gesellschaft und einem gemeinsamen Dopamin-Rausch steht nichts mehr im Wege.

Mit diesem Rezept in den Händen findet ihr auf den folgenden Seiten ganz viele Gelegenheiten, einen gepflegten Glückshormon-Cocktail mit Gleichgesinnten zu genießen.

Bleibt anspruchsvoll, freundlich und bescheiden,

Euer LIVE IN Team

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